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Innovation – Damit muss ich mich doch nicht beschäftigen!

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Hast Du das Nachfolgende auch schon einmal jemanden sagen hören?

 „Innovation, damit muss ich mich doch nicht beschäftigen! Unsere Produkte verkaufen sich doch wie geschnitten Brot!“

Wie reagierst Du auf solche Aussagen und weißt Du auch, warum diese Einstellung so gefährlich ist? Hast Du schon einmal von dem Begriff schöpferische Zerstörung gehört?

Warum nur? Meine Produkte sind doch erfolgreich!

Also warum sollte man sich mit dem Thema Innovation beschäftigen? Warum sollte ich an etwas Neuem arbeiten? Warum sollte ich mich mit neuen Technologien auseinandersetzen? In meinem Markt wird sich sowieso nichts ändern! Ich müsste doch etwas Neues lernen. Ich würde Fehler machen, Geld investieren und vielleicht sogar Geld verlieren! Nur um neue Produkte oder Dienstleistungen zu entwickeln? Meine Produkte werden doch gekauft und meine Kunden sind damit zufrieden!

Also kurz gesagt, warum sollte ich denn den Aufwand betreiben und den erreichten Status Quo in Frage stellen?

Die Geschichte lehrt uns warum.

Die Antwort liefert uns tatsächlich die Geschichte.  Schaut man einmal zurück, was früher war, und vergleicht das mit dem, was heute ist, so sieht man doch zwangsläufig, dass sich die Menschheit stets in Richtung Fortschritt bewegt hat. Das Ziel der Menschen war es immer, das eigene Leben zu vereinfachen, zu verbessern. Sei es, als wir gelernt haben, mit Feuer umzugehen und somit unsere Ernährung verbessern konnten. Oder aber, als wir das Rad erfunden haben und damit Lasten leichter transportieren konnten. Auch die Dampfmaschine haben wir erfunden, Eisenbahnen gebaut, waren auf dem Mond und planen jetzt die Reise zum Mars.
Wir haben uns immer den aktuellen Problemen und Herausforderungen gestellt und Lösungen erfunden, die uns unser Leben vereinfachen oder verbessern sollen.

Es gibt also einen unersättlichen Trieb der Menschen (den Erfindungsgeist), der dafür sorgt, dass wir neue Lösungen /Innovationen entwickeln, mit dem Ziel, weiter voranzukommen (also fortzuschreiten). Es liegt uns einfach in den Genen. Oder anders ausgedrückt:

„Fortschritt und Innovation lassen sich nicht aufhalten!“

 Trotz dieser Tatsache höre ich sehr häufig Aussagen wie:

„Na klar wird es Fortschritt oder Innovation immer geben – aber mein Kunde braucht genau die Lösung, die ich ihm biete.“

Was diese Personen allerdings nicht wissen, ist, dass es noch eine andere unaufhaltsame Gesetzmäßigkeit am Markt gibt:

Creative Destruction – die schöpferische Zerstörung der Innovation

Die schöpferische Zerstörung (creative desctruction) von Joseph Schumpeter
Die schöpferische Zerstörung (creative desctruction) von Joseph Schumpeter

 

Neben Fortschritt und Innovation, die uns voranbringen, gibt es auch die Kehrseite, mit der man immer rechnen muss. Die schöpferische Zerstörung oder creative destruction. Der Begriff schöpferische Zerstörung bzw. creative destruction stammt aus der Makroökonomie und wurde von Joseph Schumpeter im Jahr 1942 im Rahmen seines Buches über Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie definiert. Dieser Begriff besagt sinngemäß Folgendes:

„Jede ökonomische Entwicklung (oder Innovation) baut auf dem Prozess der schöpferischen bzw. kreativen Zerstörung auf. Durch eine Neukombination von Produktionsfaktoren, die sich erfolgreich durchsetzt, werden alte Strukturen verdrängt und schließlich zerstört.“

Oder anders: Nur dadurch, dass etwas Altes zerstört wird, kann etwas Neues entstehen. Und im Umkehrschluss: Wenn sich etwas Neues durchsetzt, wird es zwangsläufig Verlierer geben.

Nehmen wir zur Veranschaulichung ein Beispiel: Ende des 19. Jahrhunderts war die Eis-Industrie in Amerika auf ihrem wirtschaftlichen Höhepunkt. Eis wurde im hohen Norden und Kanada abgebaut und im ganzen Land an reiche Amerikaner für die Kühlung von Lebensmitteln verkauft. Der zweite große Absatzmarkt war der Fischfang. Die Industrie zeigte sich sogar sehr erfinderisch und perfektionierte den Abbau, den Transport und die Lagerung immer weiter. Niemand aus der Eisindustrie konnte sich überhaupt vorstellen, dass es mal etwas anderes geben würde, das die Kunden in Amerika benutzen könnten, um Lebensmittel zu kühlen.

Eisindustrie in Amerika (Creative destruction)
Quelle: http://www.antiqueicetoolmuseum.org/industry-history/

 

Bis der Kühlschrank und die Gefriertruhe durch die Nutzung von Elektrizität Einzug in das Leben der Menschen hielten. Heute können Kühlschränke auf Knopfdruck Eiswürfel ausspucken; die Eisindustrie in Amerika ist komplett zerstört.

Es gibt auch aktuellere Bespiele, wie Kodak. Kodak, als der tatsächliche Erfinder der Digitalkamera, hat den Fortschritt verschlafen und geglaubt, dass die Kunden mit der Filmentwicklung zufrieden sind. Niemand konnte sich vorstellen, dass die noch nicht ausgereifte Technik der Digitalfotografie Fotopapier und Fotolabore ablösen könnte. Das Ergebnis kennen wir alle.

Kodak (creative desctruction)


Das Yin und Yang des Forstschritts: Innovation und schöpferische Zerstörung

Es gibt also zwei Gesetzmäßigkeiten, vor denen man nicht weglaufen kann:

  1. Innovation und
  2. Schöpferische Zerstörung

Die Frage, warum man sich mit dem Thema Innovation auseinandersetzen sollte, ist also zugleich die Frage danach, ob man ein Gewinner des Fortschritts sein möchte oder ein Verlierer der schöpferischen Zerstörung.

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Über Markus Tebel

Markus Tebel ist seit mehr als 16 Jahren als Berater und Produkt-/Service Manager im internationalen Bereich tätig und definiert für seine Kunden maßgeschneiderte Servicekonzepte in der digitalen Welt.

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